Unterzeichner

Personen, Regierungen, Unternehmen und Organisiationen die die El Quseir Charta bereits unterstützen

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Ziele

Die Philosophie und die Organisationen, die hinter der El Quseir Charta stehen - Meer verstehen - Meer bewegen

Die Idee

Unterstützen

Zeigen Sie mit den hier erhältlichen Materialien dass auch Sie schon Mitglied der El Quseir Charta sind - Zum Schutz der Korallenriffe

Materialien

Korallenriffe und Ihre Bedeutung

El Quseir ChartaEin Korallenriff ist der Unterwasserlebensraum unzähliger Tierarten mit einzigartigen, bunten und teilweise skurrilen Lebensformen. Doch auch über Wasser haben Korallenriffe eine große Bedeutung, die nur allzu oft übersehen wird.

 

Tourismus

Riffe, grünblaue Lagunen und Sandstrände locken Touristen an und bieten somit eine Einnahmequelle, die v.a. für Entwicklungsländer von Bedeutung ist. Einheimische finden hier Beschäftigungsmöglichkeit.

Brandungsschutz

Riffe bilden einen natürlichen Schutz vor der Brandung, die schwere Verwüstungen an Siedlungen anrichten könnte. Ohne Riffe würden  Inseln und Strände abgetragen werden.

Riffe als Ressourcen für pharmazeutische Wirkstoffe

Rifforganismen wie Schwämme, Algen, Weichkorallen, Seegurken oder Seescheiden dienen als Ressourcen für Pharmazeutika. Z.B. konnte Prostaglandin, das bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Magengeschwüren oder zur Geburtserleichterung verwendet wird, bisher nur in winzigen Mengen aus bestimmten Blättern oder der Schafharnblase gewonnen werden. Nun kann es auch aus Hornkorallen isoliert werden.
Korallenskelette dienen z.B. als Knochenersatz, da hier eine geringere Abstoßungsreaktion erfolgt als bei künstlichen Prothesen.
Außerdem besteht Hoffnung, dass Rifforganismen Substanzen produzieren, die den Verlauf von Aids oder Krebs abschwächen könnten.

Riffe als Frühwarnsystem

Sterben Riffe in bestimmten Arealen ab, deutet dies auf eine Umweltverschmutzung (übermäßige Düngung, Pestizideinleitung) hin, so dass möglicherweise noch rechtzeitig eingeschritten werden kann.
Riffe zeigen den Umwelt- und Klimaverlauf früherer Zeiten auf.
Verschmutzungen in Form von Schwermetallanreicherung können in den "Jahresringen" von Steinkorallen nachgewiesen werden.
Auch Temperaturschwankungen werden erfasst. Riffe dienen der Klimavorhersage, da verschiedene Elemente und Isotope temperaturabhängig eingebaut werden.

Fossile Riffe bilden die größten Erdöllagerstätten der Welt

Organisches Material fällt an, dadurch bildet sich Muttergestein im Vorriff oder im Lagunenbereich. Diese Areale werden von dicken Sedimentpaketen überlagert und es kommt unter dem entstehenden Druck und der Wärme zur Erdöl-, Erdgasbildung, das dann direkt in die porösen, fossilen Riffe einwandern kann.

Riffe als Klimastabilisatoren

Riffe sind in den Kohlenstoff-Kreislauf eingebunden, indem sie Kalk binden. CO2 wird aus der Atmosphäre gelöst und reagiert dort mit Wasser.
Das Bicarbonation steht also mit dem im Riff ausgeschiedenen Kalk im Gleichgewicht. Bicarbonat besitzt zusammen mit anderen Ionen im Meer eine Pufferwirkung, ohne die der Säuregehalt im Meer stark schwanken würde, was manche Organismen nur schlecht vertragen. Es würde sich auch die CO2-Löslichkeit im Meer ändern, was das CO2-Gleichgewicht stören und damit das Klima verändern würde. Das CO2, das bei der Kalkbildung entsteht, wird von den Zooxanthellen, den Korallensymbionten, die eine CO2-Fixierung betreiben, durch die Photosynthese direkt verbraucht. Es trägt also nicht in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Möglicherweise kann von diesen Symbionten auch direkt CO2 aus der Atmosphäre verbraucht werden, was dort zur Senkung des CO2-Gehaltes führen würde. Die Zooxanthellen wirken gewissermaßen als Pumpe, die CO2 absaugen, so dass sich das Gleichgewicht verschiebt und die Kalkbildung beschleunigt wird.
Auch fossile Riffe verbrauchen CO2 durch die Verwitterung. Es entstehen Bicarbonationen, die zur Kalkbildung entzogen werden, so dass das CO2-Gleichgewicht und damit das Klima stabil bleiben.

Inhalte mit freundlicher Unterstützung der Sinai Exkursion 2001, Universität Stuttgart, Biologisches Institut, Abteilung Zoologie.